Unsere bevorzugte Haltedauer ist ewig!

„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich." – André Kostolany

Das war nichts mit dem goldenen Herbst! Der Börsenmonat Oktober 2018 stellte die Investoren auf eine harte Probe: Der DAX schloss mit minus 6,25 %, der Dow Jones lag 5 % niedriger und der S&P 500-Index verlor 7 %. Es war börsentechnisch der schlechteste Börsenmonat seit 18 Jahren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Sorgen um Italien, um den Handelsstreit der USA mit China und die geopolitischen Risiken, z. B. durch die Situation in Saudi-Arabien. Nichts soll beschönigt werden. Nur richtet sich bei der Beurteilung der aktuellen Lage der Fokus derzeit auf die negativen Faktoren. Positive Aspekte wie das weiterhin stabile weltweite Wachstum, die hohen Unternehmensgewinne und der hohe Beschäftigungsstand in vielen Teilen der Welt werden vielfach ausgeblendet. Eine Rezession ist derzeit nicht in Sicht, wenngleich sich die Aussichten eingetrübt haben. Wir Menschen entscheiden überwiegend aus dem Bauch. Der Blick auf die Börsentafel zeigt dies eindrücklich: Die Nerven liegen blank! Crashpropheten haben Hochkonjunktur! Anleger haben in hohem Maße Dividendenpapiere verkauft. Doch es gibt auch die andere Seite: Wo es Verkäufer gibt, gibt es auch Käufer, die auf der Suche nach günstigen Papieren derzeit fündig werden. Mutige und entschlossene Value-Investoren greifen bei Sonderangeboten zu! Sie sind es, die langfristig überdurchschnittliche Erträge generieren.

Zwischen den Zeilen lesen

Wichtige Informationen in unserem Leben können ganz unterschiedlich ausgedrückt werden: Eine Freundin muss sich einer schwierigen Operation unterziehen. Der Arzt teilt ihr mit, dass sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent sterben kann. Ein anderer Patient stellt seinem Arzt ebenfalls diese Frage. Ihm sagt man, dass er bei dem Eingriff eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 90 Prozent hat. Im Ergebnis machen beide Aussagen für uns Menschen zwar keinen Unterschied, aber sie hören sich ganz anders an und werden auch entsprechend unterschiedlich interpretiert. Unsere Wahrnehmung ist entscheidend – so auch an der Börse: Ist das Glas an der Börse nun halb voll oder halb leer? So wie die Menschen die Lage und den Ausblick betrachten, werden sie agieren – aus Angst vor Verlusten oder voller Zuversicht.

Eine wichtige Börsenregel lautet: Der Gewinn liegt im Einkauf. Warren Buffett ist als Investmentlegende nicht deshalb so erfolgreich geworden, weil er in den 50er Jahren Coca-Cola-Aktien gekauft hat, sondern weil er zugegriffen hat, als niemand anders die Titel haben wollte und das Investment über Jahrzehnte behalten hat. Wer kann das schon von sich sagen? In der Finanzkrise 2008/09 hat Buffett sich in großem Maße bei der Investmentbank Goldman Sachs engagiert, was wirtschaftlich im Rückblick zumindest kein Fehler war. Es ist die Nervenstärke, die erfolgreiche Investoren auszeichnet und nicht die Fähigkeit, bestimmte Kursentwicklungen vorhersagen zu können. Was sich so einfach anhört, ist in der Praxis viel schwerer umzusetzen.

Langfristig investieren in einer schnelllebigen Welt

Viele Menschen erkennen nicht, in welchem hohen Maß das Glück oder der Zufall die Finanzmärkte über kurze Zeiträume bestimmt, schreibt Peter Shapiro, Analyst und Portfoliomanager bei Comgest in seinem White Paper (Quelle: Vgl. Comgest White Paper, Update 2018 Unsere bevorzugte Haltedauer ist ewig, Peter Shapiro, CFA, Seite 2). Trotz der intensiven Beschäftigung mit den Kapitalanlagen und den Märkten ist es nahezu unmöglich, kurzfristig Kurse oder Kursentwicklungen erfolgreich und dauerhaft vorherzusagen. Das mag manchen Anleger enttäuschen, aber es gibt eine gute Nachricht: Gut aufgebaute, langfristige Strategien können einen Teil dieser Zufälligkeiten neutralisieren und auf lange Sicht sehr positive Ergebnisse liefern. Langfristig ist für den Erfolg entscheidend, die gewählte Strategie durchzuhalten und nicht zwischendurch „die Pferde zu wechseln". Je seltener Sie einen Blick auf Ihre Anlageperformance werfen, desto besser! Je kürzer der zeitliche Rahmen ist, über den die Anlageergebnisse beurteilt werden, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sie besser als der Markt sind. Kurzfristige Zeiträume entsprechen mehr oder weniger dem Wurf einer Münze. Der Umgang mit den Zufälligkeiten verlangt Konzentration auf den Prozess statt auf das Ergebnis, so Shapiro. Das eigentliche Problem ist, dass die Menschen nicht lange warten und jahrelang Daten sammeln wollen, bevor sie sich entscheiden. Deshalb besteht die Versuchung kurzfristig zu handeln. Das zeigt sich auch in der durchschnittlichen Haltedauer von US-Aktien: 1960 betrug sie mehr als 8 Jahre, 2010 ist sie auf 6 Monate gesunken. Nur werden gerade in diesen Phasen die häufigsten Anlegerfehler gemacht.

Wir müssen unserer Linie treu bleiben!

Das Rauschen im Blätterwald lenkt uns als Langfristinvestoren regelmäßig von den eigentlichen Erfolgsfaktoren ab. Die Medien versuchen mit Ihren Schlagzeilen die Stimmung der Anleger aufzuheizen, anstatt sie zu beruhigen. Als besonnene Investoren sollten wir derartige Nachrichten besser ausblenden, um nicht die Verlustängste anzufüttern. Die Konzentration auf den Prozess erfordert immer wieder, dass wir uns mit den eigentlichen Renditetreibern im Depot auseinandersetzen und die Abläufe und Entscheidungen regelmäßig überprüfen.

Dabei spielt die Zusammensetzung der Portfolios die größte Rolle. Studien zeigen, dass die langfristigen Ergebnisse zu ca. 90 Prozent aus der richtigen Depotstruktur stammen. Ist die Zusammensetzung so robust, dass wir langfristig mit positiven Ergebnissen rechnen können? Können Sie als Investoren mit den damit verbundenen Schwankungen leben? Ein Beispiel mag das veranschaulichen: Wenn die Aktienkurse in China aufgrund der dynamischen Wachstumsphantasie stark steigen, ist es entscheidend, dort investiert zu sein. Die Frage, in welchen Fonds oder ETF konkret investiert wird, ist zwar auch wichtig, aber für den Gesamterfolg von untergeordneter Bedeutung. Wann der richtige Zeitpunkt für Käufe und Verkäufe ist, ist noch schwerer zu beurteilen. Häufig ist es Zufall, einen Tiefpunkt zum Einstieg zu finden. Ein regelmäßiges Investieren über Sparpläne oder mehrere Einzahlungen hilft, das Ergebnis zu glätten.

Mein klares Fazit: Die aktuelle Börsensituation bietet mehr Chancen als Risiken! Momentan können wir die Chancen nutzen, die durch das Fehlverhalten anderer entstehen. Warren Buffett hat es trefflich so formuliert: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind."

CREDO Kapitalmarktabend am 22. November 2018 um 18.00 Uhr:

Um die Kapitalanlage dauerhaft erfolgreich zu betreiben, sind vor allem Können, Mut, Ausdauer und Geduld gefragt. Dies gilt auch im Leistungssport. Für dieses spannende Thema haben wir sowohl den ehemaligen Fußballbundesligaprofi Marcel Maltritz als auch Eckhard Lesse, den Silbermedaillengewinner bei den Europameisterschaften 1974 im Marathon in Rom gewinnen können. Beide Sportler werden über ihre größten Erfolge, aber auch über ihre Niederlagen berichten. Wir sind neugierig, was sie motiviert hat, all die Jahre mit Ausdauer und Leidenschaft Spitzenleistungen zu erzielen. Außerdem werden wir beleuchten, was das alles für die langfristige Kapitalanlage bedeutet.

Möchten Sie am 22. November 2018 um 18.00 Uhr im Restaurant und Hotel Der SCHWAN, Am Marktplatz 7, 90596 Schwanstetten dabei sein? Für unsere Planung möchten wir Sie bitten, uns bis zum 15. November 2018 mitzuteilen, ob und mit wieviel Personen Sie an der Veranstaltung teilnehmen werden.

Börsenradio Network

Börsenradio Network: Interview mit Wolfgang Juds:

"Setzten Sie sich Ziele, verfolgen Sie die Ziele. Und lassen Sie sich nicht davon abbringen!" Die Sekretärin Sylvia Bloom erreichte mit ihrem ganz normalen Gehalt mit Aktienhandel ein Vermögen von 9 Mio. USD. Sie kaufte einfach die Aktien, die ihre Chefs kauften im kleineren Umfang nach. Sie war 2016 im Alter von 96 Jahren gestorben und vermachte eine 6,24-Millionen-Dollar-Spende an das Henry Street Settlement, das Studenten mit Stipendien unterstützt, die es sich nicht leisten können zu studieren. Und das war ihr eigentliches Ziel, denn sie selbst konnte sich nie ein Studium leisten.

Sie können sich das ganze Interview hier anhören: www.credo-vm.de

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