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Gettysburg

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„Halte dir stets vor Augen, dass der feste Vorsatz etwas zu erreichen wichtiger ist als alles andere.“ – Abraham Lincoln

Dieses Zitat stammt von einem der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Abraham Lincoln war einer der vier Portraitköpfe von US-Präsidenten in Mount Rushmore, die als besonders herausragend galten. Er, der aus einfachen Verhältnissen stammte, hatte 1860 eine besonders blutige Amtsperiode zu überstehen: den US-Bürgerkrieg zwischen den Yankees und den konföderierten Südstaaten. Vordergründig war zwar die Frage der Sklaverei, doch im Kern ging es um das amerikanische Demokratieverständnis. Nach vielen grausamen Schlachten siegten die Nordstaaten am Ende deutlich. Einer der entscheidenden Wendepunkte war die Schlacht bei Gettysburg. An diesem kleinen Ort nördlich von Washington waren im Juli 1863 Tausende Nord- und Südstaatler übereinander hergefallen und haben sich gegenseitig niedergemetzelt. Es gab unzählig viele Tote zu beklagen. Dieses furchtbare Ereignis hinterließ tiefe Spuren in der amerikanischen Geschichte, doch bald darauf war der Bürgerkrieg entschieden: der Süden führte nur noch Rückzugsgefechte. Im April 1865 war der Krieg schließlich beendet. Doch bereits kurz zuvor, am 14. April 1865, wurde Präsident Lincoln das Opfer eines Attentats. Sein besonderer Verdienst war, dass er die Vereinigten Staaten aus einem Staatenbund zu einer Nation formte. Außerdem wurde die Abschaffung der Sklaverei in allen Bundesstaaten in die US-Verfassung aufgenommen. 

Lincoln war ein begnadeter Rhetoriker. Eine seiner berühmtesten Reden war die Gettysburg-Rede, die er zur Einweihung des Soldatenfriedhofs dieser Kleinstadt in Pennsylvania an diesem schicksalhaften Ort gehalten hatte. Sie dauerte weniger als drei Minuten und enthält lediglich 10 Sätze bei weniger als 300 Worten, aber bringt seine Botschaft auf den Punkt und fasste das amerikanische Demokratieverständnis zusammen. Er wollte erreichen, dass die Amerikaner den „richtigen“ Weg wählen – eine neue Freiheit ohne Sklaverei. Sein großes Ziel war die Einheit der Vereinigten Staaten von Amerika. „Es ist vielmehr an uns, hier der großen Aufgabe gewidmet zu werden, die noch vor uns liegt – dass uns diese edlen Toten mit wachsender Hingabe erfüllen für die Sache, der sie das letzte höchste Maß an Hingabe erwiesen haben – dass wir hier uns feierlich entschließen, dass diese Toten nicht vergebens gestorben sein sollen – dass diese Nation, unter Gott, eine Wiedergeburt der Freiheit erleben soll – und dass die Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk, nicht von der Erde verschwinden soll.“ Es ist ihm mit seiner Rede eindrucksvoll gelungen, einen anderen Fokus auf den Bürgerkrieg zu legen. Heute gilt diese Rede als ein Teil der amerikanischen Identität. Gettysburg wurde zum Symbol des Bürgerkriegs.

Dinge auf den Punkt bringen

Zu den besonderen Eigenschaften von herausragenden Persönlichkeiten gehört es, die wichtigen und entscheidenden Dinge klar und verständlich beim Namen zu nennen und auf den Punkt zu bringen. Das Reduzieren auf das Wesentliche bedeutet zu wissen, was wir wirklich wollen und dafür einzutreten, dafür hartnäckig zu kämpfen und schließlich konsequent zu handeln. Niemand kann sagen, ob uns das am Ende den gewünschten Erfolg bringt – ein Schaden ist es keinesfalls. Ohne diesen starken Willen wird man vermutlich deutlich weniger im Leben erreichen. Soviel ist sicher! Natürlich spielen auch äußere Umstände eine Rolle, die keiner vorhersagen kann. Die Schlacht von Gettysburg hätte auch genau anders verlaufen können und die Südstaaten hätten ihre Unabhängigkeit festigen können. Äußere Einflüsse und Ereignisse wie die Corona-Pandemie konnte niemand vorher erahnen oder richtig einschätzen. Und dennoch haben wir Menschen immer eine Wahl, wie wir reagieren wollen. „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ Dieses Zitat stammt von Viktor Frankl, dem bekannten österreichischen Neurologen und Psychiater. Bekannt wurde Frankl durch sein Buch „… trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“, in welchem er sich mit den grausamen Erlebnissen dort auseinandergesetzt hat. Diese Erkenntnis unserer Wahlmöglichkeiten gibt uns unseren inneren Handlungsspielraum zurück, selbst wenn unsere äußeren Freiheiten eingeschränkt werden. Daran wachsen wir und reifen in der Qualität unserer Entscheidungen. Kurzum: wir werden besser. Das gilt auch für die Geldanlage. Auch in diesem Bereich will ich mir den Handlungsspielraum trotz Corona und aller äußeren Unsicherheiten erhalten. Ich bin kein Spielball der Umstände - ich habe immer eine Wahl: kaufen, halten oder verkaufen.    

Warum steigen die Aktienkurse trotz Corona?

Aktien haben in diesem Jahr eine wahre Berg- und Talfahrt hinter sich. Am 18. März erreichte der DAX mit 8.442 Punkten seinen Tiefpunkt. Als die Fallzahlen zurückgingen, erholte sich auch der Aktienmarkt auf sein Niveau vom Jahresbeginn von rund 13.250 Punkten. Doch im Herbst kam die zweite Welle. Die Corona-Fallzahlen stiegen wieder dramatisch an. Es kam zum Teil-Lockdown, bei dem das Ende noch nicht abzusehen ist. Die Wirtschaft steckt noch immer in einer Rezession und niemand weiß, wann genau sie sich wie stark erholen wird. Im Oktober kam es zwar zu einer kleinen Korrektur, aber insgesamt blieb die Börse dieses Mal erstaunlich robust – warum? Vier Gründe sind meines Erachtens dafür entscheidend:

  • Irgendwann wird es den Corona-Impfstoff geben. Vermutlich erleben wir noch in diesem Jahr die Zulassung der ersten Medikamente. Im kommenden Jahr können flächendeckende Impfungen vorgenommen werden. Die Börse nimmt die Zukunft vorweg. Sie sieht bereits auf die Zeit nach Corona und setzt auf eine schnelle Erholung.
  • Die Notenbanken rund um den Globus fluten die Märkte mit Liquidität. Konjunkturprogramme und Infrastrukturmaßnahmen wurden beschlossen und werden umgesetzt. Allein die EU will in der Corona-Krise 750 Milliarden Euro für die Digitalisierung, den Klimaschutz, den Ausbau der Gesundheitssysteme, Forschung und Entwicklung bereitstellen. Das sind enorme Summen, die ihre Wirkung auf die Konjunktur und die Wirtschaft nicht verfehlen werden.
  • Diese Maßnahmen werden über die Aufnahme von neuen Schulden finanziert. Der Finanzbedarf ist gewaltig. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die Zinsen auf sehr lange Zeit niedrig bleiben werden. Anders lassen sich diese Schulden nicht mehr finanzieren. Dadurch fehlen den Anlegern sinnvolle Anlagealternativen. Aktien sind dadurch vergleichsweise preiswert, manche mehr und andere weniger. Darauf gilt es zu achten!
  • Und schließlich zeigt sich daran, dass Investoren nicht wirklich ein Risiko von Marktverwerfungen tragen, denn die Notenbanken und die Staaten greifen immer wieder unterstützend ein. Das hat der Aufschwung seit März eindrucksvoll bewiesen. 

In der Konsequenz dessen haben wir die zwischenzeitliche Absicherung in der Corona-Krise aufgegeben und die Aktienquote wieder aufgestockt. Die Goldquote bleibt unverändert bis leicht steigend, da es auch im nächsten Jahr keine Veränderung in der lockeren Geldpolitik geben wird. Auch wenn Gold momentan konsolidiert, ist es ein wichtiger Baustein in einem robusten Portfolio. Die Portfoliostrukturen wurden neu justiert und auf die Zeit nach Corona vorbereitet. Dazu gehört die Beimischung von Aktien aus den zukunftsträchtigen Sektoren genauso wie die Value-Aktien, die bei einer nachhaltigen Wirtschaftserholung eine Renaissance erleben könnten. 2021 könnte ein Jahr der kräftigen Erholung sein und darauf bereiten wir uns vor! - „Halte dir jeden Tag dreißig Minuten für deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.“ Auch dieses Zitat stammt von Abraham Lincoln.

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